Der Sinnersche Kreis

Wäsche waschen ist eine kleine Wissenschaft und bedarf das Verständnis des Sinnerschen Kreises. Wieviel Waschpulver genutzt wird, hängt von der Temperatur der Wäsche ab und wie hoch die Temperatur sein sollte, von dem Grad der Verschmutzung. Dabei bauen alle Antworten auf unsere Fragen auf dem Sinnerschen Kreis auf, dessen innere Logik alle Variablen in Relation zueinander stellt.

Die Variablen

Sinnerscher Kreis

Die Begrifflichkeit des Sinnerschen Kreises ist in Bezug auf das Waschen von größter Bedeutung. Der Sinnersche Kreis zeigt die Korrellation von vier verschiedenen Parametern auf. Die vier Parameter sind:

  • Chemie (Waschpulver und dessen Konzentration)
  • Mechanik (Die mechanische Wirkung auf das Textil)
  • Zeit (Die Dauer des Waschvorgangs)
  • Temperatur (Die Wassertemperatur)

Die Waschwirkung als gemeinsames Ziel

Alle Werte sind voneinander abhängig und haben das gleiche Ziel: eine bestimmte Waschwirkung zu erreichen. Das abstimmen der Parameter haben die Hersteller bereits für uns übernommen und in der Programmautomatik gespeichert. Moderne Maschinen erlauben das Einstellen der einzelnen Parameter auch von Hand. Der Trend, welcher mit der Energiewende des Bundes eingeleitet wurde und im EU-Label einen passenden Partner findet, geht zu Stromsparmaßnahmen, die mit dem Sinnerschen Kreis erklärt werden.

In Zeiten, als die Handwäsche noch zum reinigen von Textil der beste Rat war, sah der Sinnersche Kreis die mechanische Einwirkung, also das Schrubben der Wäsche am Waschbrett, als einflussreichsten Wert. Die Lauge half dabei den Schmutz zu lösen und je nach Grad der Verschmutzung wurde die Zeit variiert.

Eine Waschmaschine kann die Parameter ebenso anpassen, setzt zum Schonen der Wäsche jedoch weniger auf die Mechanik, als auf weiterentwickelte Waschmittel, die Temperatur und die Laufzeit.

So spart sich Energie

Der Stromverbrauch einer Waschmaschine

Waschmaschinen sind an die Gesetze der Physik gebunden, so dass das Aufheizen des Wassers noch immer eine gewisse Menge an Strom benötigt. Man darf also keine Wunder von neuen Geräten erwarten. Ein hoher Anschaffungspreis rechnet sich oftmals nur auf Lebenszeit der Maschine, da die Unterschiede in den Folgekosten in den Standardprogrammen kaum in Gewicht fällt. Erst mit einer neuen Handhabung der Waschmaschine lässt sich bare Münze sparen.

30°C 60°C 90°C
Stromverbrauch pro Waschgang 0,3 kWh 1,0 kWh 1,5 kWh
Stromkosten/Jahr 16,5€ 55€ 82,5€

Moderne Waschmaschinen setzen hierzu auf Energiesparprogramme, die einer einfachen Logik folgen: spart man an Temperatur, spart man Energie und somit auch an anfallenden Stromkosten. Um dem Sinnerschen Kreis gerecht zu werden, wird der Parameter der Zeit nach angepasst; das heisst der Waschgang verlängert. Derjenige, der seinem Geldebeutel und der Umwelt zu Liebe mit der Zeit gehen will, wäscht also auf niedrigerer Temperatur und nimmt höhere Laufzeiten in Kauf.

Die Keimfrage

Dem Waschen auf niedriger Temperatur folgt oftmals die Frage nach der Reinlichkeit. Wir haben gelernt, dass Bakterien, Keime und weitere unliebsame Organismen erst bei hohen Temperaturen beseitigt werden können. Dieser Umstand ist richtig und gilt auch weiterhin. Generell wird beim stetigen Waschen auf niedrigen Temperaturen zum Reinhalten der Maschine ein Durchlauf mit hohen Temperaturen empfohlen. Doch ist dieser Rat eher eine Besänftigung.
Ja wir können große Mengen an Energiesparen und dennoch auf die teureren Programme mit hoher Temperatur setzen. Das richtige Einschätzen des Grades der Verschmutzung und die darauffolgende Wahl des Programms ist der zu beschreitende Weg. Schätzt man das gewissenhafte Nutzen der Energiesparfunktionen auf nur 50% der anfallenden Wäsche, lassen sich bereits 50% der Energiekosten senken, im Vergleich zum Waschen im normalen Waschprogramm. Noch höher fällt der Unterschied gegenüber den Kurzprogrammen aus.